Ihr stationärer Aufenthalt

Die stationäre Aufnahme und Operation erfolgt in der eigenen Belegabteilung für Neurochirurgie im St. Josefskrankenhaus. Die Operation wird von Dr. Sircar durchgeführt.

Alle notwendigen Vorbereitungen sprechen wir mit Ihnen zusammen im Rahmen eines ambulanten Termins zuvor ab. Neben der Operationsaufklärung beinhaltet dies vor allem die Erfassung relevanter anderer Erkrankungen und ihre ggf. notwendige medikamentöse Behandlung sowie evtl. vorhandene Allergien.

Möglicherweise muss eine Umstellung oder Pausierung von Medikamenten vor der geplanten Operation erfolgen. Dies betrifft in der Regel alle Medikamente, die eine Herabsetzung der Blutgerinnung bewirken, z.B. ASS, Marcumar oder neuere Gerinnungshemmer wie Pradaxa, Eliquis oder andere.

In der Regel ist eine Unterbrechung  von insgesamt etwa drei Wochen vor und nach der Operation gut vertretbar. Im Einzelfall tauschen wir uns dazu mit Ihrem behandelnden Kardiologen oder Neurologen aus.

Anästhesievorbereitung

Üblicherweise erhalten Sie noch vor der stationären Aufnahme einen ambulanten Vorstellungstermin in der Prämedikationsambulanz der Klinik für Anästhesiologie im St. Josefskrankenhaus, um die mit der Operation  notwendige Vollnarkose vorzubereiten.

Zu diesem Termin sollten Sie Folgendes mitbringen:

  • Aktuelle Laborwerte: kleines Blutbild, Elektrolyte, Nierenwerte und Gerinnungswerte
  • EKG (Alters- und Erkrankungsabhängig)
  • Evtl. vorhandene kardiologische Vorbefunde

Falls die stationäre Aufnahme kurzfristig angesetzt wird,  erfolgen die Untersuchungen und die Prämedikation durch die Anästhesie am Aufnahmetag. Dies besprechen wir im Einzelfall konkret mit Ihnen.

wahlärztliche Leistung

Sollten Sie die wahlärztliche Leistungserbringung mit Abrechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) wünschen, dann beachten Sie bitte, dass Sie hierfür im Vorfeld eine entsprechende Abrechnungsvereinbarung mit der Praxis abschließen müssen. Gerade im Hinblick auf die extrem unterschiedlichen Leistungsinhalte der einzelnen privaten Krankenversicherungen und deren Tarife oder Zusatztarife, ist es uns nicht möglich, zu erkennen, ob Ihre Tarifkonstellation alle Leistungen abdeckt und ersetzt. Bitte informieren Sie sich entsprechend im Vorfeld bei Ihrer Versicherung, damit es zu keinen Missverständnissen kommt.

Das St. Josefskrankenhaus schließt einen eigenständigen Behandlungsvertrag mit Ihnen ab, der die allgemeinen stationären Leistungen beinhaltet, ggf. auch Wahlleistungen (Zimmerkategorie) und wahlärztliche Leistungen der medizinischen Hauptabteilungen (z.B. Anästhesie). Dies geschieht am Aufnahmetag.

Unterbringung

Die Unterbringung erfolgt in der Regel in Dreibettzimmern, auf Wunsch stehen auch Ein- oder Zweibettzimmer gegen Zuzahlung zur Verfügung. Ggf. übernimmt Ihre Versicherung oder Zusatzversicherung hierfür die Kosten. Wir fragen Sie bei der Planung, welchen Zimmerwunsch Sie haben und versuchen, diesen bei stationärer Aufnahme zu ermöglichen. Beachten Sie aber bitte, dass dies ein Wunsch ist und die Zimmerkategorie nicht garantiert werden kann. Das Krankenhaus versucht in der Regel alles, um die gewünschte Kategorie zur Verfügung zu stellen und in den allermeisten Fällen gelingt dies. Oberste Priorität hat aber immer die medizinische Versorgung der Patienten und naturgemäß kann die Belegung aufgrund des Notfallaufkommens und Veränderungen in der Behandlung der bereits stationär aufgenommenen Patienten nicht vollständig vorgeplant werden wie in einem Hotel.

Aufnahmetag

Am Aufnahmetag kommen Sie vormittags vor stationärer Aufnahme im Krankenhaus nochmal in die Praxis. Hier wird das Aufnahmegespräch geführt und die ärztlichen Anweisungen für die Station erstellt. Wir überprüfen nochmal alle relevanten Details und füllen den  Aufnahmebogen aus.

Danach gehen Sie zur Patientenaufnahme des St. Josefskrankenhauses. Dort erfolgt die stationäre Aufnahme mit Unterzeichnung des dortigen Behandlungsvertrages. Sie werden Ihrer Station und Ihrem Patientenzimmer zugeteilt und begeben sich dorthin.

Auf Station erfolgt die pflegerische Aufnahme. Alle Anweisungen aus dem Aufnahmebogen werden übernommen und der Tagesablauf auf Station und die Vorbereitung am eigentlichen Operationstag werden Ihnen erläutert. Die Stationsmitarbeiter besprechen mit Ihnen die Essensversorgung und organisieren die  Medikamentenzuteilung für Sie. Grundsätzlich erhalten Sie Ihre gesamte Medikation (also auch Ihre „Hausmedikamente“ wie z.B. für den Blutdruck) vom Pflegepersonal. Ausnahmen  werden mit Ihnen klar vereinbart.

Es erfolgt in jedem Falle eine Blutabnahme, auch wenn Sie aktuelle Blutwerte bereits von außen mitgebracht haben. Die “Blutgruppe“ muss aktuell bestimmt werden und auch wenn Ihre eigentliche Blutgruppe bekannt ist, so gibt es unzählige weitere Merkmale die zusätzlich aktuell erfasst und überprüft werden müssen.

Ggf. erfolgt die anästhesiologische Prämedikation, falls dies nicht vorher ambulant bereits geschehen ist. Sollten Sie eine ambulante oder stationäre Anschlussheilbehandlung wünschen, werden Sie von den Kolleg/innen des Sozialdienstes aufgesucht, um die Beantragung bei der Krankenkasse bzw. dem Rentenversicherungsträger mit Ihnen zu besprechen.

Operationstag

Am Operationstag müssen Sie für eine bestimmte Zeit vor Narkoseeinleitung und Operation nüchtern sein. Der Zeitpunkt, ab dem dies notwendig ist und alle weiteren Details (z.B. die morgendliche Medikamenteneinnahme) spricht das Pflegepersonal mit Ihnen ab. Sie sollten am Vorabend oder morgens frisch geduscht haben. Sie erhalten Ihre Krankenhauswäsche, ziehen sich um und warten, dass Sie in den OP gebracht werden. Dort übernehmen die Kollegen der Anästhesie und begleiten Sie in die Narkose.

Direkt nach der Operation erfolgt die Narkoseausleitung. Sobald Sie aufgewacht sind, verweilen Sie im Aufwachraum des OP noch unter Beobachtung. Üblicherweise sehe ich Sie bereits hier schon für die erste postoperative Untersuchung. Sobald Sie nicht mehr überwacht werden müssen, werden Sie im Bett wieder auf die Station gebracht. Sie erhalten Schmerzmittel über die Vene, später erhalten Sie Ihre Medikation oral.

Bei normalem Verlauf können Sie in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der OP in der Regel am Abend des Operationstages schon wieder kurz in Begleitung aufstehen.

Die postoperativen Tage

Am ersten Tag nach der Operation begleitet das Pflegepersonal Sie bei Ihrem ersten Versuch aufzustehen oder zu Gehen und überprüft Ihren Kreislauf. Sie erhalten Ihre erste Behandlungseinheit mit dem Physiotherapeuten. Üblicherweise sind Sie dann im Verlauf des Tages in Ihrem Zimmer bzw. auf Station schon wieder eigenständig mobil. Sollten Sie eine Drainage haben, wird diese  entfernt. Sollten Sie ein Implantat erhalten haben, werden Röntgenaufnahmen angefertigt.

In den folgenden Tagen erlangen Sie wieder zunehmenden Aktionsradius auch über die Stationsebene hinaus. Sollten die postoperativen Schmerzen gut kontrolliert sein, kann ggf. schon eine Reduzierung der Medikamente erfolgen, in jedem Falle erfolgt eine Anpassung der Medikamente nach Bedarf. Wichtig in dieser Phase ist, nicht so wenig Medikamente wie möglich zu nehmen, sondern auf eine ausreichende Schmerzkontrolle zu achten, damit keine unnötigen Muskelverspannungen auftreten, die dann anhalten und mittelfristig mehr Schmerzmittelbedarf über die Zeit bedeuten können.

Entlassung

In den meisten Fällen ist die Entlassung aus der stationären Behandlung nach einigen Tagen medizinisch möglich. Üblicherweise können Sie sich problemlos mit dem Auto abholen lassen, Sie müssen im Auto nicht liegen. Selbstständig Autofahren ist bei Entlassung noch nicht möglich. Wenn es Ihre Mobilität zulässt, kommen Sie zu Abschlussuntersuchung und -gespräch kurz in die Praxis. Dort erhalten Sie auch die Entlassungsunterlagen mit Arztbrief, OP-Bericht und alle notwendigen Rezepte und Verschreibungen. Bei normalem Verlauf wird eine ambulante Kontrollvorstellung sechs Wochen postoperativ vereinbart. Den Termin erhalten Sie in der Regel gleich mit.

Physiotherapeutische ambulante Nachbehandlung vs. ambulante oder stationäre Anschlussheilbehandlung

Grundsätzlich sollte nach jeder Operation eine geeignete physiotherapeutische Nachbehandlung erfolgen. Dies kann auf Rezept ambulant erfolgen oder im Rahmen einer auf zunächst drei Wochen angesetzten ambulanten oder stationären Rehabilitationsbehandlung. Welche Therapievariante die für Sie geeignete ist, bestimmen Sie individuell. Viel ist davon abhängig, ob Sie als Patient bereits eine Therapie durchlaufen haben und damit schon gut eingewiesen sind und ob Sie grundsätzlich mit Ihrem Körper umzugehen wissen. Jeder Patient benötigt andere Impulse, natürlich ist auch die Eigenmotivation entscheidend, dann kann viel in Eigenleistung erbracht werden. Nicht zuletzt sind natürlich auch die persönlichen Lebensumstände und der Wohnort sowie die Entfernung zu geeigneten Zentren von Bedeutung.

Am wichtigsten ist aber Folgendes: für den langfristigen Erfolg ist nicht die Art der Nachbehandlung in diesen wenigen Wochen nach der Operation entscheidend, sondern die langfristige Umsetzung des Erlernten im Alltag danach. Gerade wenn es einem wieder gut geht und man von der Behandlung profitiert hat, sollte man sich vergegenwärtigen, dass es einen ursächlichen Weg zu der Erkrankung gegeben hat. Diesen sollte man nicht wieder beschreiten. Das bedeutet möglicherweise einige  festgefahrene Gewohnheiten in Angriff zu nehmen, wie z.B. Übergewicht, Bewegungsmangel, einseitige körperliche Belastung und vieles andere. Sich diesem zu stellen, hat mit Lebensveränderung zu tun. Sich operieren zu lassen ist da der einfachere Teil, aber eben nur ein Teil. Es ist unsere Aufgabe, dass dieser Teil bestmöglich und optimal erbracht wird. Den anderen, langfristigen  Teil können nur Sie angehen.

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